Frei nach Yoda

Ja, ich gebe zu, ich bin erheblich verwirrt, sowie auch irritiert.

Zumeinen wundere ich mich am Interesse an meinen Blog, welches in den letzten Tagen interessante Formen angenommen hat und ich im Zuge dessen einige ‚Dinge‘ ins private gezogen habe, um nicht noch mehr den Fokus auf bestimmte Umstände zu lenken, nur weil ich hier meine höchst private Meinung äußere. Und/oder via Screenshot und aus dem Zusammenhang gerissen durch das www ‚geprügelt‘ zu werden. Verhindern kann man es nicht, wenn man öffentlich ‚unterwegs ist‘, glücklicher Weise gibt es inzwischen Möglichkeiten zu wehren, sofern man den Dingen eine derartige Gewichtung geben möchte.
Auch wenn ich Mitinitiator einer anderen Seite, eines anderen Blogs, bin, das hier ist komplett mein Blog, meine eigene Meinung, die in keinster Weise, außer eventuell mit rebloggten Texten, die Meinung anderer wiedergibt, die nicht allgemein gültig ist.
Diesen Anspruch habe ich überhaupt nicht und werde ich auch nie haben.

Zum anderen wundere ich mich über Dinge, die gerade parallel, unabhängig von diesem Blog laufen.

Wie geschrieben: meine Meinung. Und, noch ist es in diesem unserem Lande möglich, und Gott bewahre, dass es irgendwann wieder einmal anders sein sollte, dass man frei ist seine Meinung zu äußern!

Etwas, worauf ich irgendwie immer meinen Fokus gelegt habe: ausgrenzendes Verhalten, Ausgrenzung an sich, Mobbing.

Für mich als ‚mobbing-erfahrene‘ Autistin, im Sinne von ‚Opfer‘, ein unhaltbarer Zustand, erleben zu müssen, mitzubekommen, dass es Bereiche gibt, wo ein anderer Autist ausgegrenzt wird. Ausgegrenzt von Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten. Ausgegrenzt und auch angegriffen, sowie auch sehr geschickt gemacht bedroht.

Nur warum? Darum! Weil!

Weil sie ihre Meinung vertreten.
Weil sie öffnen, dass es Machenschaften gibt, die so nicht in Ordnung sind.
Darum!

Mich verwirrt so etwas immer. Nicht das ‚öffnen‘ von bestimmten Situationen. Nein, das unreflektierte Handeln von anderen.

Und, mich verwirrt, dass derlei Irritation auch von Autisten kommen.

Wie schon oft geschrieben, Verlinkungen mache ich nicht, sonst wäre ich noch morgen am Verlinken,
> Autisten sind nicht immer nur Opfer! (Es gibt viele tatsächliche, aber es gibt auch die, die sich als Opfer darstellen, aber genau betrachtet Täter sind – sh. Prinzip des Mobbings)
> Autisten sind auch Täter!
> Autismus schützt nicht vor Persönlichkeitsmerkmalen, die destruktiv sind oder sein können.
> Logischer Weise sind Autisten ebenso Menschen, wie jeder andere auch und somit ist jede einzelne psychische, psychiatrische Spielart möglich!

Ich verstehe nicht, dass es Menschen gibt, die sich in den Vordergrund spielen, aber es ist ihr gutes Recht.
Ich verstehe nicht, dass Menschen andere unter Druck setzen, nur weil sie, irgendwie kommt es mir so vor, den Anspruch haben, dass ihre Meinung ultimative Gültigkeit besitzt.
Nun, ich beobachte dies alles schon mehrere Dekaden und kann es mir somit erklären, nur logisch erscheint das alles nicht, mir zumindest nicht, denn es entspricht nicht meinem Umgang mit anderen.

Die Menschen, mit denen ich in den letzten Tagen Kontakt hatte, die wissen um was es geht, das waren einige außerhalb meines ‚Freundeskreises‘, teilen irgendwie meine Ansicht -ohne beeinflusst worden zu sein, von mir oder irgendwem sonst, sondern weil sie in der Lage sind Situationen aufzunehmen und zu erkennen, sowie zu reflektieren, teilweise auch, weil sie selbst in dieser Situation befindlich sind/waren und genau das beschriebene erleben und aushalten müssen/mussten-, nur traut sich kaum einer seine Stimme zu erheben und zu sagen ‚Ja. Genau so ist es.‘

Das verrückte ist, das schrieb mir letztens noch eine Freundin: ‚Ich traue mich nicht, weil wenn ich, nicht behindert, etwas gegen einen ‚behinderten‘ sage, wird mir direkt Ausgrenzung vorgeworfen‘ >> das Problem besteht! Und das Problem besteht nicht nur, wenn ein ’nicht-beeinträchtigter‘ Mensch etwas gegen einen ‚beeinträchtigten‘ sagt, auch wenn es noch so sehr berechtigt ist. Das Problem besteht auch unter ‚beeinträchtigten‘ gegeneinander!

Dann wird nämlich das Totschlag-Argument ausgegraben:
Du schadest der Gemeinschaft!

Mit einer eigenen Meinung?

Nein. Definitiv NICHT. Zumindest nicht in diesem Zusammenhang.

Ausgrenzen, oder auch: Exklusion, schadet der Gemeinschaft.
Und da ist es egal um welche Form der Exklusion es sich handelt.
Sei es die von Migranten, welche das gesellschaftliche Miteinander schwer beeinträchtigt, sei es von anders denkenden, sei es von kritischen Menschen, sei es von ‚Gegenstimmen‘, egal in welcher Gemeinschaft.

Was mich zudem verwirrt und irritiert, immer und immer wieder und in diesem Leben werde ich das wohl nicht mal mehr ansatzweise verstehen: warum manche für das Handeln von anderen gerade stehen müssen, dazu gezwungen sind Position zu beziehen, sich zu wehren, oder schlicht: aufzugeben und sich in Sicherheit zu bringen, so fragwürdig und fragil diese auch sein mag. Auch eine Form von Exklusion.

Ich habe meine Kinder immer so erzogen, dass ich auf bestimmte Dinge derart eingegangen bin: stell Dir vor, das würde man mit Dir machen. Stell Dir vor, das würde man Dir sagen. Wie würdest Du Dich fühlen?
Selbst unser autistischer Sohn ist in der Lage eine Antwort zu geben und einen Einblick in seine Gefühlswelt zu geben, so wie ich auch.

Wenn man mir diesen Spiegel (in der Psychologie gibt es tatsächlich dieses Prinzip und es wird auch genau so angewandt, allerdings meine ich die klientenzentrierte Psychotherapie von Carl Rogers) vorhalten würde: Du grenzt gerade aktiv einen Autisten aus, indem Du dies das jenes machst, was in keinster Weise gerechtfertigt ist – wie würdest Du Dich fühlen, wenn man das mit Dir machen würde?
Wäre meine einzig mögliche Antwort, da ich zur Selbstreflexion fähig bin, ohne mich zu beweihräuchern:

schlecht!

Ich würde mich in Grund und Boden schämen!

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