Rebloggt von Ellas Blog

Momentan komme ich nicht dazu zu bloggen und reblogge…. Sorry, aber ich bin noch immer ziemlich neben der Spur.

Gerade habe ich diese Kolumne gelesen. Sie trifft in Ansätzen meine Angst, meine Sorge, meinen Frust.

Dieses Thema beschäftigt mich auch schon länger. Ganz abgesehen davon: wirklich gut geschrieben, danke dafür!

Das Klischee, Zitat

‚ dass der Autist erstens männlich ist und zweitens sehr verschroben, nur mit seinen Spezialinteressen beschäftigt, vielleicht noch ein exzellenter Mathematiker oder Physiker und vor allem für immer mit seiner Mutter zusammenlebt.‘, trifft momentan ziemlich genau (streiche exzellenter Mathematiker oder Physiker, setze dafür IT),

bestätigen wir zur Zeit zu 100% in der ‚Unfähigkeit‘ unseres Sohnes, sich mit der Außenwelt auseinander zu setzen, Kontakte zuzulassen, überhaupt Wünsche zu haben, Vorstellungen zu äußern. Und ich zweifle inzwischen an der Diagnose Asperger und denke, dass die neue Klassifizierung ASS wirklich zutreffender ist, da es den ‚reinen‘ Asperger meiner Auffassung nach nicht gibt.

Ja, ich mache mir große Sorgen. Ja, ich wünsche unserem Sohn eine Partnerin oder einen Partner, egal. Denn: ich weiß, dass es möglich ist, wenngleich eine partnerschaftliche Beziehung nie wirklich einfach ist, wie unter NTs eben auch. Nur sind unsere Probleme anders gelagert und ich möchte behaupten, dass mit uns autistischen Partnerinnen eher nicht die Diskussion aufkommt ‚warum drehst Du die Zahnpastatube nicht zu?‘, sondern derlei Brennpunkte einer Beziehung ganz anders gelagert sind, so wie unbedachte Bemerkungen die nicht verstanden werden, soziale ‚Notwendigkeiten‘, die man nicht erfüllen kann wie es gewünscht ist und sei es nur eine Party, auf der man ‚versagt‘.

Ich denke auch, dass der Partner eines Autisten mit dem eher wenig gut ausgeprägten Selbstbewusstsein (so wie man es im landläufigen Sinne versteht) des jeweiligen Autisten, sowie dessen allgemeine Verunsicherung Probleme haben wird.

Bei uns ist es so, dass mein Mann hier immer wieder nahezu verzweifelt, denn meine eigene Selbstwahrnehmung ist komplett different zu der von anderen Frauen, meine Notwendigkeiten und Bedürfnisse sind anders, mein Fokus auf bestimmte Dinge ist komplett anders.

Und das ist das Problem für den Partner eines Autisten, wenn er/sie NT ist, denn er/sie lebt und arbeitet in der NT Welt und hat Tag für Tag mit NTs zu tun, Männlein wie Weiblein. Da zu switchen, grenzt an einen Spagat, den viele nicht leisten können und wollen.

Hier ist der Link zu dieser Blog-Kolumne Kolumne: Autismus und Partnerschaft – passt das zusammen?

Ich meine, ich habe dazu auch mal etwas geschrieben, ich suche es mal raus.

Jep. Habe ich, diverse Male, ich schicke hier mal 2 Texte mit rein:

Zusammenleben AS – NT / NT – AS, funktioniert das überhaupt? und

Die Belastung. Oder: das Zusammenleben mit Autisten ist nicht einfach, und umgekehrt

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3 Gedanken zu “Rebloggt von Ellas Blog”

  1. Stimmt. Es geht sogar sehr gut. Dem stimme ich absolut zu.
    Aber ich denke, nicht wir machen uns verrückt, wir werden verrückt gemacht! Also verunsichert meine ich damit natürlich.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, sicher, denn es ist das Klischee von Autismus. So wie mich mal eine alte Dame fragte ‚Autisten, dass sind doch die, die nur an sich denken?!‘ Ebenso ist ein Autist per Klischee nicht in der Lage Beziehungen aufzubauen und zu halten, was dann ebenfalls auf eine Paarbeziehung bezogen wird. Und das finde ich falsch.
      Erstens: man kann und darf nicht verallgemeinern
      Zweitens: alles kann, nichts muss. Ein Autist kann ohne weiteres eine Paarbeziehung leben, er/sie bedarf allerdings modifizierte Bedingungen. Mich umarmt z.Bsp. keiner, ohne vorher zu fragen, selbst meine Tochter fragt mich.
      Drittens: wenn einem Autisten immer vorgehalten wird ‚Wie? Du bist doch Autist!‘, dann gibt dieser Autist irgendwann auf sich zu bemühen klar zu kommen, Kontakte zu halten und haben, eine funktionierende Beziehung zu haben.

      Egal ob jemand autistisch ist, neurotypisch, grün mit rosa Punkten, drei Beine hat… diese Klischees sind zerstörerisch.

      Gefällt 1 Person

      1. Ich weite diese Frage aus: gibt es überhaupt irgendwo eine Beziehung, egal unter welchen Bedingungen, die ohne Modifizierung auskommt?? Nein. (und: ich wollte zunächst HIER brüllen, aber auch wir brauchen Kompromisse um den Alltag krisenfrei zu überstehen)

        Modifizierung bedeutet Kompromisse und in einer Beziehung, bzw. in allen sozialen Interaktionen, restlos allen, sind Kompromisse unabdingbar! Und wer keine Kompromisse eingehen kann, sollte besser alleine bleiben. Das sage ich jetzt mal so provokant, denn man holt sich dann nur unnötig blutige Nasen (RW) und verletzt andere.

        Was die Klischees betrifft, wie man diese abschaffen kann/könnte… nun, wir arbeiten doch hier daran. Bloggen, offen mit seinen Problemen umgehen, offensiv sein, usw. all das hilft. Man kann zwar immer wieder oder immer noch den Eindruck haben, dass diese Aufklärung eher Tropfen auf einer heißen Herdplatte bedeuten = sie verpuffen nahezu ungehört und ungesehen sowie undiskutiert und verinnerlicht, aber wie sagt man so schön?!: ‚die Hoffnung stirbt zuletzt.

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